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Deutsche Wirtschaft in Russland gegen neue US-Sanktionen

AHK-Umfrage zeigt direkte und indirekte Folgen auf

Internationales Geschäft | 25.09.2017

Das von den USA Anfang August beschlossene Sanktionsgesetz gegen Russland stößt bei der deutschen Wirtschaft vor Ort auf überwältigende Ablehnung. Das belegt eine Umfrage, die die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK Russland) vorgestellt hat.

An der Erhebung beteiligten sich 193 im Russland-Geschäft engagierte Unternehmen. Davon bewerteten 97 Prozent die jüngsten US-Strafmaßnahmen als "eindeutig negativ" oder "eher negativ".

Das Gesetz ermächtigt den US-Präsidenten, internationale Betriebe zu sanktionieren, die mit staatsnahen Unternehmen in Russland zusammenarbeiten. Und es verunsichert die dort aktive deutsche Wirtschaft, wie die AHK-Umfrage zeigt: 52 Prozent der Befragten gaben an, von den Sanktionen potenziell betroffen zu sein. Zwei Drittel erwarten Umsatzeinbußen, zwölf Prozent schwere.

Für ein Drittel der Firmen ist noch unklar, ob die Sanktionen Auswirkungen auf laufende Projekte haben werden. Doch schon jetzt berichten sie von Zurückhaltung der Investoren, von Ungewissheit und geringer Risikobereitschaft und davon, dass Geschäftspartner von Projekten zurückträten.

Die US-Strafmaßnahmen richten sich zwar vor allem gegen Energieunternehmen - konkret gegen das Pipeline-Projekt Nord Stream 2, mit dem russischen Gas in die EU transportiert werden soll. Dennoch erklärten 38 Prozent der befragten Unternehmen, über Zulieferer und Kunden indirekt betroffen zu sein. Damit würden auch Betriebe unter anderem im IT-, Beratungs-, Finanz-, Logistik- und Messebereich unter den Sanktionen leiden.

Die langfristige Planung der deutschen Unternehmen in Russland hat das neue US-Gesetz allerdings bislang kaum beeinträchtigt. 72 Prozent der Befragten wollen Aktivitäten und Investitionsvolumen vor Ort beibehalten, 15 Prozent planen sogar, ihr Geschäft auszuweiten.

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: 70 Prozent der Befragten halten die Sanktionen für überwiegend wirtschaftlich motiviert. 73 Prozent fordern die deutsche Bundesregierung und die EU auf, mit Gegenmaßnahmen zu reagieren, falls europäische Firmen tatsächlich von US-Sanktionen getroffen werden sollten.

Die Umfrage und weitere Details finden Sie hier.

Die IHK Dresden bietet am 23. Oktober eine mit den Schwerpunkten Russland/ Krim und Iran. Außerdem wird es am 11. Oktober ein zur aktuellen Lage geben.

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